Am 19. März 1945 wurde Hanau innerhalb von zwanzig Minuten durch einen Luftangriff der britischen Royal Air Force nahezu vollständig zerstört. Die historische Innenstadt ging verloren, mehr als 2.000 Menschen kamen ums Leben. Zum 81. Jahrestag organisieren die Stadt und die örtlichen Kirchengemeinden Gedenkveranstaltungen und ein begleitendes Programm, um an die Opfer zu erinnern und die Erinnerungskultur der Stadt zu pflegen.
Gedenkveranstaltungen am 19. März
Die offiziellen Erinnerungsakte beginnen in den frühen Morgenstunden um 4.20 Uhr mit einem gemeinsamen Läuten der Glocken von Marienkirche, Stadtpfarrkirche Mariae Namen und der Wallonisch-Niederländischen Kirche. Um 9 Uhr ist eine Heilige Messe in der Stadtpfarrkirche Mariae Namen im Bangert geplant. Die zentrale Gedenkveranstaltung findet um 16.30 Uhr auf dem Gedenkfeld des Hauptfriedhofs statt. Die musikalische Umrahmung übernimmt die Hanauer Stadtkapelle, anschließend erfolgt eine Kranzniederlegung.
Am Abend gibt es weitere Andachten: Um 19 Uhr beginnt in der Wallonisch-Niederländischen Kirche der Evensong mit dem Titel Remembrance. Im Anschluss sind eine Kranzniederlegung und ein Versöhnungsgebet am Mahnmal im Innenhof der Familienakademie der Kathinka-Platzhoff-Stiftung sowie an der Wallonischen Ruine an der Französischen Allee vorgesehen.
Begleitprogramm und Bildungsangebote
Das Gedenken wird von einem umfangreichen Begleitprogramm flankiert. Vom 16. bis 21. März ist die Bildschirmpräsentation Hanau 19. März 1945 im Kulturforum zu sehen. Am 18. März bietet eine Führung mit Martin Hoppe durch das Neustädter Rathaus zum Tag der Demokratiegeschichte Einblicke; Treffpunkt ist das Nationaldenkmal der Brüder Grimm. Gezeigt werden dort auch die Filme Hanau 1948 und der Farbfilm Hanau in Trümmern.
Am 19. März arbeitet der Leiter der Städtischen Museen, Dr. Markus Häfner, mit Schülerinnen und Schülern der Otto-Hahn-Schule an einem Zeitzeugenprojekt zur Kriegs- und Nachkriegszeit. Ebenfalls am 19. März findet in der Marienkirche ein Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Lukas Ohly zur Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland mit dem Titel Welt in Unordnung Gerechter Friede im Blick statt. Am 22. März ist ein Festgottesdienst zur Aufnahme der evangelischen Stadtkirchengemeinde in die internationale Nagelkreuzgemeinschaft geplant.
Erinnerung als städtischer Auftrag
Die Stadt macht deutlich, dass das Gedenken Teil ihrer historischen Verantwortung ist. Oberbürgermeister Claus Kaminsky betonte, dass es niemals wieder einen politischen Weg geben dürfe, an dessen Ende ein 19. März stehen könne. Mit den Veranstaltungen soll nicht nur der Opfer gedacht werden, sondern auch ein Zeichen gegen Krieg und Gewaltherrschaft gesetzt werden.
Weiterführende Informationen zum vollständigen Programm stellt die Stadt unter www.hanau.de bereit. Umfangreiche Hintergrundinformationen zum Ereignis bietet die 2025 gestartete Seite www.20min-hanau.de.
Quelle anzeigen

