Der Hauptfriedhof in Hanau versorgt die bestehenden Schöpfbrunnen seit Kurzem mit Grundwasser aus einem neu angelegten Brunnen. Für die Bewässerung von Gräbern und Grünflächen ist die Anlage damit nicht mehr an das städtische Leitungsnetz für Trinkwasser angeschlossen. Die Stadt begründet den Schritt mit einer Reduktion des Verbrauchs aufbereiteten Trinkwassers und einer erhöhten Unabhängigkeit der Friedhofsversorgung.
Umsetzung und technische Maßnahmen
Die Modernisierung erforderte nach Angaben der Stadt rund zwei Jahre Vorbereitungszeit. Zu den Arbeiten gehörten eine Brunnenbohrung, der Bau neuer Schächte sowie der Anschluss der Anlage an ein neues Leitungssystem. Ziel der Umbauarbeiten ist es, das vorhandene Schöpfbrunnensystem künftig ausschließlich mit Grundwasser zu betreiben und so die bisherigen Bezüge aus dem städtischen Trinkwassernetz zu ersetzen.
Stadträtin Isabelle Hemsley bezeichnete die Lösung als Beitrag zu einer ressourcenschonenderen Infrastruktur. Nach ihren Worten sei es insbesondere beim Gießwasser sinnvoll, wenn möglich Grundwasser statt aufbereitetes Trinkwasser zu nutzen. Zugleich erhöhe die Maßnahme die Unabhängigkeit der Friedhofsversorgung.
Folgen und weitere Planungen
Hanau plant, die Versorgungssysteme weiterer Friedhöfe in ähnlicher Weise umzubauen. Als nächster Standort ist laut Stadt der Friedhof in Großauheim vorgesehen. Mit dem Projekt am Hauptfriedhof setzt die Verwaltung nach eigenen Angaben einen Kurs fort, städtische Infrastruktur nachhaltiger auszurichten.
Die Stadt betreibt insgesamt zwölf Friedhöfe mit einer Gesamtfläche von rund 38 Hektar. Drei Anlagen sind jüdische Friedhöfe, wobei auf dem jüdischen Friedhof in der Innenstadt von Hanau keine Bestattungen mehr stattfinden. Darüber hinaus gibt es in der Stadt mehrere entwidmete ehemalige Friedhöfe, die heute als Parkanlagen genutzt werden.
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