Die Stadt Hanau hat ein fortgeschriebenes Integriertes Klimaschutzkonzept vorgelegt, das die städtische Klimapolitik neu ausrichtet. Ziel ist, die gesamte Stadt bis 2045 treibhausgasneutral zu entwickeln. Zugleich bleibt das bereits formulierte Ziel bestehen, die Unternehmung Stadt Hanau bis etwa 2040 klimaneutral zu betreiben.
Kernpunkte des Konzepts
Das neue Konzept baut auf dem ersten Hanauer Klimaschutzkonzept von 2013 auf und nutzt aktualisierte Daten sowie die seitdem umgesetzten Maßnahmen als Grundlage. Es orientiert sich an den Vorgaben des bundesweiten Klimaschutzgesetzes und des Hessischen Klimagesetzes, die eine Netto Treibhausgasneutralität bis 2045 vorsehen. Mit der im Juni 2025 verabschiedeten Nachhaltigkeitsstrategie ist nachhaltige Stadtentwicklung zudem als verbindliche Leitlinie verankert.
Oberbürgermeister Claus Kaminsky bezeichnete Klimaschutz als konkrete Verantwortung im Hier und Jetzt und betonte, dass das Konzept einen wissenschaftlich fundierten Fahrplan biete. Entscheidend sei, vermeidbare Emissionen zu reduzieren, den Energiebedarf zu senken und den Ausbau erneuerbarer Energien zu forcieren.
Handlungsfelder und Maßnahmen
Das Klimaschutzkonzept enthält eine detaillierte Treibhausgasbilanz und benennt Einsparpotenziale sowie Ausbauoptionen für erneuerbare Energien. In einem gesamtstädtischen Beteiligungsprozess wurden in fünf zentralen Handlungsfeldern insgesamt 50 konkrete Maßnahmen erarbeitet. Zu den bereits umgesetzten Schritten zählen Beratungsangebote, der Ausbau erneuerbarer Energien auf städtischen Liegenschaften und die dauerhafte Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung in der Verwaltung.
Die Maßnahmen decken Bereiche von Bildung über Energie und Mobilität bis zur Wirtschaftsförderung ab. Das Konzept stellt zwei Szenarien gegenüber, ein Szenario ohne zusätzliche Maßnahmen und ein Zielszenario, und beschreibt, wie die gesteckten Reduktionspfade erreicht werden können.
Finanzierung, Monitoring und Verbindlichkeit
Die Umsetzung der Maßnahmen ist abhängig von der Mittelbereitstellung und künftigen Haushaltsbeschlüssen. Der Magistrat wurde beauftragt, die Vorschläge bei der weiteren Mittel und Stellenplanung zu berücksichtigen. Ein Monitoringkonzept soll die Umsetzung regelmäßig überprüfen und transparent darstellen. Das Dokument ist ausdrücklich als dynamischer Prozess angelegt und soll fortgeschrieben werden.
Beschlussstand und weitere Schritte
Der Magistrat hat dem Integrierten Klimaschutzkonzept in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Die Stadtverordnetenversammlung berät öffentlich über das Konzept am Montag, 9. Februar, ab 17 Uhr. Sollten die Stadtverordneten das Konzept bestätigen, ist der nächste Schritt die konkrete Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel.
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