Hanau hisst am 8. Juli die Flagge für nukleare Abrüstung und internationalen Frieden

Hanau hisst am 8. Juli die Flagge für nukleare Abrüstung und internationalen Frieden
Hanau hisst am 8. Juli die Flagge für nukleare Abrüstung und internationalen Frieden | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Am 8. Juli 2026 wird vor dem Neustädter Rathaus in Hanau die Flagge des internationalen Netzwerks Mayors for Peace gehisst. Die Stadt schließt sich damit nach eigenen Angaben rund 600 weiteren deutschen Kommunen an und setzt ein sichtbares Zeichen für Frieden, nukleare Abrüstung und Verständigung über Grenzen hinweg.

Rechtsgeschichte und Erinnerungstag

Der Flaggentag bezieht sich auf ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag vom 8. Juli 1996. Der IGH stellte damals fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen im Grundsatz gegen das Völkerrecht verstoßen. Außerdem bekräftigte das Gericht die Verpflichtung aller Staaten, Verhandlungen über eine vollständige nukleare Abrüstung aufzunehmen und erfolgreich abzuschließen. Die Aktion erinnert zugleich an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und an das Schicksal der Überlebenden, der sogenannten Hibakusha.

Appell aus Hanau zur Abrüstung

Oberbürgermeister Claus Kaminsky erklärte, die internationale Sicherheitslage wirke derzeit besonders brüchig. Er nannte als Beispiele den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, anhaltende Drohungen durch Staatsoberhäupter sowie Konflikte im Iran und im Libanon. Hanau wolle mit dem Hissen der Flagge ein klares Signal für Frieden und ein friedliches Zusammenleben senden, sagte Kaminsky.

Mit Blick auf die weltweiten Bestände zitiert die Stadt Daten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI: Die neun Atommächte verfügten demnach weiterhin über rund 12 187 Atomsprengköpfe. Kaminsky betonte, eine solche Anzahl stelle eine existenzielle Bedrohung dar und mache Abrüstung notwendig. Er forderte, eine neue Spirale atomarer Aufrüstung zu verhindern und die Rüstungskontrolle nicht weiter zu schwächen.

Netzwerk und kommunale Positionen

Mayors for Peace wurde 1982 vom Bürgermeister der japanischen Stadt Hiroshima gegründet und zählt heute nach Angaben der Organisation 8 579 Städte in 166 Ländern. In Deutschland gehören dem Netzwerk demnach 931 Kommunen an. Hanau ist seit 2012 Mitglied und die Stadtverordnetenversammlung hatte sich 2019 für ein weltweites Verbot von Atomwaffen ausgesprochen.

Mit dem Hissen der Flagge will die Stadt ihr Engagement für ein Verbot von Atomwaffen und für internationale Verständigung unterstreichen. Die Beteiligung am Flaggentag folgt der Intention, an die historischen Folgen von Atomwaffen zu erinnern und die Forderung nach konkreten nuklearen Abrüstungsbemühungen zu erneuern.

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