20 Jahre Zusatzbezeichnung prägen Hanaus Stadtbild und Kultur

20 Jahre Zusatzbezeichnung prägen Hanaus Stadtbild und Kultur
20 Jahre Zusatzbezeichnung prägen Hanaus Stadtbild und Kultur | Bild: © Stadt Hanau / Moritz Göbel

Vor 20 Jahren erhielt Hanau vom Land Hessen die Zusatzbezeichnung Brüder Grimm Stadt. Seither hat die Verbindung zu Jacob und Wilhelm Grimm das Selbstverständnis der Stadt geprägt. Oberbürgermeister Claus Kaminsky bezeichnete die Ernennung als mehr als einen symbolischen Akt und sprach davon, dass daraus eine unverwechselbare Identität gewachsen sei.

Wie es zur offiziellen Bezeichnung kam

Die Entscheidung aus dem Jahr 2006 folgte einer kontroversen Diskussion über Hanaus historischen Anspruch. Kritiker verwiesen darauf, dass die Familie Grimm 1791 die Stadt verlassen hatte. Befürworter hoben dagegen hervor, dass Hanau über Generationen hinweg die Erinnerung an die Brüder bewahrt hat. Nach Angaben der Stadt trug das politische Engagement des damaligen Landtagsabgeordneten Aloys Lenz wesentlich dazu bei, den Antrag in Wiesbaden durchzusetzen. Auch eine Intervention beim damaligen Innenminister Volker Bouffier wird als entscheidend genannt.

Kulturelle Einrichtungen und Veranstaltungen

Die städtische Verknüpfung mit den Brüdern Grimm reicht jedoch weiter zurück als die formale Kennzeichnung. Ein Denkmal auf dem Neustädter Marktplatz wurde bereits 1896 errichtet. Seit 1975 beginnt in Hanau die Deutsche Märchenstraße. Die Stadt vergibt seit 1983 den Brüder Grimm Preis für Literatur, dessen Preisträger unter anderem Christoph Ransmayr und Felicitas Hoppe sind. Die Festspiele zu Ehren der Brüder Grimm, erstmals 1985 veranstaltet, firmieren heute als Brüder Grimm Festspiele Hanau und verzeichneten nach Angaben der Veranstalter seit ihrer Gründung mehr als eine Million Besucher.

Marke, Preise und wissenschaftliche Kooperationen

In den vergangenen zwei Jahrzehnten entstanden weitere kulturelle Initiativen. Der Ludwig Emil Grimm Preis für Karikatur wird seit 2012 alle drei Jahre vergeben. Außerdem wurde 2016 die Grimm Bürgerdozentur eingerichtet, ein gemeinsames Projekt der Stadt, des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe Universität Frankfurt und der Deutschen Akademie für Kinder und Jugendliteratur. Trägern zufolge sollen solche Formate die wissenschaftliche und künstlerische Auseinandersetzung mit dem Erbe der Brüder stärken.

Quelle anzeigen

Über den Autor

redaktion
Offenbach verstehen. Nachrichten, die näher dran sind.