Am 13. September öffnen in Hanau mehrere historische Gebäude und Orte im Rahmen der bundesweiten Aktion zum Tag des offenen Denkmals ihre Türen. Unter dem diesjährigen Motto NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur werden Einblicke in Bau- und Kulturgeschichte sowie in stadtgesellschaftliche Verbindungen angeboten. Insgesamt sind in Hanau acht Stationen vorgesehen, viele Führungen und Angebote sind kostenlos.
Angebote und Führungstermine
Das Schloss Philippsruhe gilt als eines der wichtigsten Kulturdenkmale in Hessen. Zu sehen sind sowohl Repräsentationsräume als auch Zeugnisse der Vernetzung von Hof, Kunsthandwerk und regionaler Kultur. Um 14 Uhr findet eine Führung statt. Führung und Eintritt sind kostenfrei, die Teilnehmer treffen sich an der Museumskasse des Schlosses.
Das Neustädter Rathaus prägt den Hanauer Marktplatz. Eine rund 45 Minuten lange Führung mit dem Fachbereichsleiter Kultur Martin Hoppe beginnt um 15.30 Uhr und bietet unter anderem einen Blick in die Sitzungsräume der Stadtregierung.
Im Deutschen Goldschmiedehaus erläutert der Kunsthistoriker Michael H. Sprenger die Geschichte des Hauses. Die etwa 60 Minuten dauernde, barrierefreie Führung startet um 14 Uhr und ist kostenfrei.
Ein rund 3,6 Kilometer langer Rundwanderweg kann zwischen 13 und 18 Uhr auf eigene Faust erkundet werden. Die Strecke führt vom Parkplatz Am Neuwirtshaus durch den Wald und leitet an betreuten Stationen entlang des Limes und des Römerkastells zu historischen Lebensweisen im Wald.
Architekturinteressierte können in der Gustav Hoch Straße 35 ein 1912 errichtetes Wohnhaus besichtigen. Die Fassade nimmt Gestaltungselemente der Reformbewegungen um 1900 auf. Das Haus ist von 10 bis 18 Uhr ohne Anmeldung zugänglich.
Der Hauptfriedhof birgt zahlreiche historisch bedeutsame Grabdenkmale des 19. und 20. Jahrhunderts. Ab 11 Uhr führt der Vorsitzende des Hanauer Geschichtsvereins 1844 e. V. Michael Sprenger über den im Entstehen begriffenen Pfad der historischen Denkmale entlang der inneren Friedhofsmauer. Treffpunkt ist vor der Trauerhalle. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Das historische Bahnbetriebswerk Hanau bietet drei Führungen an. Jeweils um 11, 13 und 15 Uhr werden Geschichte der Anlage und Aspekte der Eisenbahnentwicklung in Hanau erläutert. Zugleich können Lokomotiven in Augenschein genommen werden. Die Führungen sind kostenlos, Spenden sind willkommen.
Das Obertor Mittelbuchen in der Alten Rathausstraße 31 stammt aus dem 15. Jahrhundert und diente ursprünglich als Wehrturm. Zwischen 15 und 17 Uhr bietet der Mittelbuchener Geschichtsverein Führungen an. Besucher können auch den benachbarten Säuturm besteigen und den Blick über die Region genießen.
Veranstaltung auf dem Hauptfriedhof am 20. September
Wer den Termin am 13. September nicht wahrnehmen kann, hat am 20. September die Möglichkeit, die Seitzsche Kapelle auf dem Hauptfriedhof zu besichtigen. Die denkmalgeschützte Kapelle aus dem frühen 20. Jahrhundert verbindet neuromanische Formen mit einem Kolumbarium. Zu sehen sind Quadermauerwerk, Farbglasfenster, eine Holzdecke und eine Bronzetür. Das Gebäude wurde 2019 umfassend saniert.
Die Besichtigung wird musikalisch umrahmt. Das Quartett Bohème der Neuen Philharmonie Frankfurt spielt um 11 Uhr ein Programm, das Kammermusik mit Gipsy Swing, Jazz und Klezmer verbindet. Das Konzert ist kostenfrei.
Motto NetzWERKE und lokale Bedeutung
Die bundesweite Aktion führt in diesem Jahr den Blick auf Verbindungen: wie Denkmale in Infrastrukturen eingebettet sind und welche Netzwerke aus Handwerk, Kunst und Alltagsleben sich an ihnen ablesen lassen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky betont, dass Denkmale Brücken von der Vergangenheit in die Gegenwart bilden und Bestandteil der städtischen Erinnerungskultur sind. In Zeiten rascher Veränderung nähmen solche Orte eine wichtige Rolle für Stadtidentität und Gemeinschaft ein. Der Tag lädt dazu ein, diese Orte zu entdecken und damit Grundlagen für die Zukunft zu stärken.
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